Sieben Schlafmythen und die Wahrheit dahinter

Nachdem ich Ihnen im letzten Blogpost 14 Tipps für einen besseren Schlaf gegeben habe, widme ich mich heute sieben gängigen Schlafmythen. Wetten, dass Sie viele von ihnen auch schon einmal gehört haben?  

Fakt ist jedenfalls, dass Schlaf für den Körper lebenswichtig ist! Er dient der Regeneration und Reparatur aller Organe, außerdem werden in der Nacht besonders viele Stoffe ausgeschüttet, die die Immunabwehr steigern.

Auch für das Gehirn spielt Schlafen eine wichtige Rolle – zwischen den Hirnzellen werden neue Synapsen und neuronale Schaltkreise gebildet, außerdem verlagert das Gedächtnis Daten aus dem Kurz- in den Langzeitspeicher.

Wahr oder falsch? 7 Schlafmythen im Prüfstand.

  1. „Der Mensch braucht acht Stunden Schlaf pro Nacht.” Falsch! Es ist zwar richtig, dass die meisten Menschen zwischen sieben und acht Stunden pro Nacht schlafen. Ein allgemeingültiges Schlafmaß gibt es aber nicht. „20 Prozent der Menschen brauchen beispielsweise nur fünf Stunden Schlaf“, sagt Prof. Michael Wiegand, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums München. „Es gibt auch Langschläfer wie Albert Einstein, die zehn Stunden schlafen müssen, sonst sind sie tagsüber zu müde.“
  2. „Durch Schlafentzug kann man sterben.” Auch falsch! „Es kommt aber auf die Art des Schlafentzugs an“, so Wiegand. „Wenn der Entzug wie im Krieg als Folter angewandt wird, kommt Stress hinzu, was zum Herzinfarkt führen kann.“ Im Schlaflabor hätte eine Versuchsperson aber schon 14 Tage ohne Schlaf durchgehalten. Sie hätte danach aber 20 Stunden durchgeschlafen.
  3. „Schlaf macht schlau.” Das stimmt. Denn im Schlaf wiederholen wir alles, was wir am Tag gelernt haben. Außerdem kann man sich tagsüber besser konzentrieren und lernen, wenn man ausgeschlafen ist.
  4. „Der beste Schlaf ist der vor Mitternacht.” Falsch. Nicht die zeitliche, sondern die biologische Mitternacht ist ausschlaggebend für einen tiefen Schlaf. Diese ist nicht um 0, sondern zwischen 3 und 4 Uhr. In diese Zeit fallen viele Tiefschlafphasen, die für die körperliche Erholung wichtig sind.
  5. „Vollmond raubt den Schlaf.” Falsch! „In einem Schlaflabor in Holland hat man eine Studie gemacht und die Schlafqualität der Testpersonen bei Voll- und Neumond verglichen“, sagt Wiegand. „Es gab keinen Unterschied. Wenn das Mondlicht allerdings direkt ins Zimmer knallt, kann das beim Schlafen stören.“
  6. „Schäfchenzählen hilft beim Einschlafen.” Stimmt! Alles, was monoton und meditativ ist, hilft beim Einschlafen. „Man kann auch andere Tiere zählen“, sagt Wiegand. „Schafe sind aber flauschiger und kuscheliger als Frösche.“
  7. „Ältere Menschen schlafen weniger.” Stimmt – aber nur minimal! Sie brauchen eine halbe Stunde weniger Schlaf. „Die innere Uhr ändert sich mit dem Alter. Der Mensch wird zum Morgenmenschen“, sagt Wiegand. „Auch werden sie abends früher müde. Es wird ihnen auch kein Abendprogramm geboten. Dann gehen sie schon um acht ins Bett, wachen aber um drei Uhr wieder auf und denken: Ich habe Schlafstörungen. Dabei haben sie sieben Stunden geschlafen.“

Gibt es bei Ihnen Themen, die Ihnen den Schlaf rauben?

Lassen Sie es mich wissen. Ich freue mich auf Ihre Email unter: info@relax-and-power.de

Ihr Klemens Hundelshausen